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Beim Frauenarzt

Ich wartete stundenlang beim Frauenarzt. Dann waren endlich nur noch vier oder fünf Personen da. Das Seltsame daran war, dass wir in einer Reihe hintereinander standen. Die Leute vor mir waren Männer und das war noch seltsamer. Es zeichnete ich bereits ab, dass man mich übergehen würde. Deshalb fragte ich, wann ich endlich an die Reihe käme.

Es folgte eine kurze Diskussion mit dem Arzt, der offenbar ins Wartezimmer gekommen war. Seit der Früh sei ich schon unterwegs gewesen, meinte ich wütend. Zuvor hatte ich irgendwo anders gewartet. Dort hatte man mir Nummern gegeben. Die zeigte ich nun her.

Ich weiß nicht mehr ob ich beide Nummern hatte, oder nur eine davon. Der Arzt wunderte sich darüber, denn da hätte ich ja schon sehr lange drankommen müssen. Was aber nicht der Fall war. Nun meinte er gar, er wolle mich vielleicht irgendwann einschieben. Obwohl ja fast niemand mehr da war, hätte ich noch lange warten müssen. Deshalb wollte ich weggehen.

Da bemerkte ich, dass ich keine Schuhe trug. Ich sah mir meinen Fuß ganz genau an. Socken trug ich auch keine, ich war barfuß. Dabei schien es draußen doch eher kalt zu sein. Also machte ich mich auf die Suche nach meinen Schuhen. Wie diese aussahen wusste ich nicht. Weil jedoch anzunehmen war, außer den meinen würden keine anderen Schuhe herum stehen, würde ich sie sicher finden.

 

So sicher schien es doch wieder nicht zu sein. Alles suchte ich ab.

Endlich fand ich eine gelbe, etwa seltsam geformte Sandale. So ähnlich sah sie aus. Ich hatte sie nur schwer finden können, weil sie eingebettet in allerlei Schnipsel artigen Dingen lag. Dadurch konnte man sie kaum erkennen. Aber leider gab es keine zweite. Ich musste mit einer Sandale gehen, oder die eine in der Hand tragen. Offenbar war entweder bereits Frühling, oder schon Sommer, denn sonst hätte ich keine Sandalen angezogen. Kalt war mir trotzdem in den Füßen.

"Hier sind aber "nette" Menschen, meinte ich zynisch und dann ging ich weg.

Draußen fand ich dann zwei Hunde. Einen größeren und einen kleineren. Zeitweise kamen sie mir fremd vor, dann wieder dachte ich sie würden mir gehören. Ich packte sie an den Halsbändern und ging mit ihnen zu einer Straßenbahnhaltestelle. Dazu musste ich die Straße überqueren. Niemand konnte mir sagen, wohin diese Straßenbahnlinie fuhr. Jemand meinte, nur wenige Leute würden mit dieser Straßenbahn fahren. E war gar nicht klar, ob sie überhaupt noch verkehrte. Vielleicht hatte man sie eingestellt, weil es zu wenige Fahrgäste gab?

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