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Jiddisch

In Wien fuhr ich mit einer U-Bahn. Welche das war weiß ich nicht. Bei einer Station stieg ich aus, um dort auf eine andere zu warten. Es dauerte eine Weile bis endlich eine U-Bahn kam. Auf dem Bahnsteig warteten schon sehr viele Leute. Doch in der Bahn war es auch extrem voll. Ich hoffte, die meisten würden aussteigen, aber das war nicht der Fall.

Unwillig quetschte ich mich hinein. Drinnen bekam ich fast Platzangst. Bei der nächsten Station wollte ich wieder aussteigen.

Eine große Gruppe Leute war da, die miteinander sehr laut Jiddisch sprachen. (Ob es wirklich Jiddisch war, weiß ich nicht. Es war ein fremd klingendes Deutsch.) Weil die Leute so laut redeten, konnte man jedes Wort hören. Interessiert hörte ich zu. Alles verstand ich nicht. Mit der Zeit wurde es aber besser und ich konnte doch einiges verstehen, weil es doch Deutsch klang. Dazwischen sagten sie auch Worte in deutscher Schriftsprache. Eines davon war "Käse". Ein Bub war besonders laut. In diesem Zusammenhang sagte er, dass er der Farkas von ... (Rest vergessen) sei.

Bei der nächsten Station stieg ich aus und gleich in die gegenüber haltende ein. Wahrscheinlich machten viele andere Fahrgäste dasselbe wie ich. Eigentlich wollte ich zur Einstiegsstelle zurück fahren. Doch als sich der Zug in Bewegung setzte, zweifelte ich an meiner Entscheidung. Ich hätte ja einfach aussteigen und in den nächsten Zug einsteigen können. Mir fiel ein, dass ich nicht auf die Linie geachtet hatte. Fuhr ich wirklich an meinen Ausgangspunkt zurück, oder hatte ich eine falsche Linie erwischt?

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