Paranormal Witness

Heute klickte ich alle möglichen Sender durch, da fiel mein Blick auf den Titel: Paranormal Witness. Die Sendung lief auf SIXX.

 

Es handelte sich um angeblich echte Erlebnisse. Sie wurden von den Betroffenen erzählt. Ob wirklich alles den Tatsachen entsprach was sie behaupteten, kann ich nicht überprüfen. Manches könnte ich mir vorstellen, manches erschien mir übertrieben. Bei der dritten Geschichte schaltete ich um.

 

Was macht man gegen Geister? Man bastelt sich eine Geisterfalle. Siehe Zeichnung. Ob sie wirkt?

 

Die erste Geschichte war insofern interessant, als sie einen Zufall enthielt. Es ging um ein Mädchen, das Isabella hieß. Eine Tochter unserer bisherigen Nachbarn heißt Isabella. Deren Name habe ich mir gemerkt, weil ich als Kind eine Puppe hatte, die so hieß.

 

In der Geschichte wurde das Kind von einem Geist bedrängt. Er wollte es töten. Furchtbare Dinge geschahen, aber erst als der Geist vom Vater des Mädchens Besitz ergriff, dieser in diesem Zustand seine Frau töten wollte, zogen sie aus. Kaum vorstellbar, dass jemand unter solchen Umständen sein Kind alleine in einem Zimmer schlafen lässt. Das hielten sie anscheinend so. Deshalb kann ich nicht so recht an diese Geschichte glauben. Aber möglich ist vieles.

 

Der Geist war angeblich ein böser Mann, der niemand in dem Haus dulden wollte. Auch die späteren Besitzer zogen angeblich bald wieder aus.

 

Als ich später ins Bett ging, dachte ich über das Gesehene nach. Mir fiel der selbst erlebte Spuk ein, über den ich immer wieder nachdenken muss. Ich rätsele wer das gewesen sein könnte. Mein Freund aus der Kindheit, oder R? R. vertrug keine Männer neben sich und auf meine Mutter war er sicher eifersüchtig. Die Kinder liebte er und gegen mich hatte er auch nichts. Meine Mutter lebte in seiner Wohnung, nachdem er verstorben war. Sie war zwar schon vorher zu ihm gezogen, aber da benützte sie nur ein Zimmer. Er hatte es so vorgeschlagen. Es gab jedoch oft Probleme, weil er sie beschimpfte. Sie würde ihm auf die Nerven gehen, meinte er.

 

Als sie dann alleine dort wohnte, hatte sie etwas wie einen Anfall. Es war tatsächlich so, als wäre sie nicht sie selbst. Sie rannte den ganzen Nachmittag ständig die Treppe auf und ab. Die ganze Nacht und noch den ganzen Vormittag, des nächsten Tages. Dabei war sie fast 90 Jahre alt. Nichteinmal ein junger Mensch könnte das körperlich durchhalten. Ich war schon total fertig, weil sie mich nicht schlafen ließ. Dabei redete sie so böse und abfällig über uns, dass es geradezu unheimlich war. "Jetzt zeigst du dein wahres Gesicht!", sagte sie schließlich. Worauf ich antwortete: "Jetzt zeigst du dein wahres Gesicht!" Plötzlich stutzte sie, fragte wieso und als ich ihr erklärte, wie böse sie sich gab, war der Spuk vorbei. Sie war wieder sie selbst, legte sich ins Bett und schlief und schlief und schlief.

 

Dann fiel mir ein, dass ich sie schon Jahre zuvor einmal gesehen hatte, als sie etwas total Böses ausstrahlte. Wir waren am Nachmittag bei ihr gewesen. Die Kinder waren noch klein. M. holte uns mit dem Auto ab. Er dreht eine Runde wegen der Einbahnen und so kamen wir in einiger Entfernung noch einmal an ihr vorbei. Sie sah uns nicht. Als sie dort stand und vor sich hin starrte, war es als habe etwas Böses von ihr Besitz ergriffen. Das war auch gruselig.

 

In Folge dieser Gedanken erinnerte ich mich, beim letzten Spaziergang einem Mann begegnet zu sein, der extrem böse drein schaute. Ein Nachbar hatte gemeint, er würde jeden grüßen. Grüßt der andere zurück ist es gut, wenn nicht, ist es ihm auch egal. So mache ich es auch, und deshalb grüßte ich den böse blickenden Mann. Der ignorierte mich. Was mich nicht wunderte. So böse wie er schaute, war er sich wahrscheinlich selbst zuwider.

 

Vor lauter Gedanken über Spuk und Besessenheit, bösen Blicken und Hassgefühlen, konnte ich nicht mehr einschlafen.

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