Als ich mit Herrn Dieter Hassler korrespondierte, fragte er mich, wieso ich über meine paranormalen Träume öffentlich schreibe. Da war ich erst einmal perplex. Deshalb meinte ich nur, es sei ein Hobby.

 

Es ist natürlich kein Hobby.

 

Beschäftigt habe ich mich schon als Kind mit solchen Fragen und ich hatte auch einige derartige Erlebnisse. Aber erst als ich fast erwachsen war, habe ich mich konsequent mit paranormalen Phänomenen beschäftigt. Allerdings im stillen Kämmerlein.

 

Erzählt habe ich anderen Menschen davon schon, weil solche Erlebnisse sehr bewegend sind. Mit einem Freund habe ich sogar einige wenige Versuche gemacht. Zu dieser Zeit habe ich mich noch etwas aus dieser Welt zurück gezogen, wie in meiner Jugend, aber das war auch der Zeitpunkt, wo ich sozusagen wieder ins Leben gegangen bin. Es war so, als wäre ich in einen Strudel gezogen worden, der mich fort trug. Dagegen konnte ich mich nicht wehren.

 

Damals tobte der "kalte Krieg" auch bei uns, wenn auch nur unsichtbar. Wer irgendwie auffällig war, wurde beobachtet.

 

 

In meiner Familie gab es mehrere politisch auffällige Leute. Wahrscheinlich wurden wir seit eh und je beobachtet - also schon seit ich ein Kind war. Auch im Freundeskreis meiner Familie gab es  Leute, die ganz sicher beobachtet wurden. Ich lief da mehr oder weniger mit - nehme ich an, denn wissen kann ich es nicht. Schließlich war ich ein Kind und noch dazu ein sehr religiöses. Man wusste zumindest, dass es mich gibt. Mir wurde das damals nie bewusst. Ich hatte große Probleme, die mir von meinen Eltern aufgebürdet wurden. Meine Aufgabe schien es zu sein, deren Probleme zu lösen. Obwohl das ein sehr schmerzhafter Prozess war, hatte ich keine eigenen psychischen Probleme. Ich reagierte nur heftig auf die psychischen Probleme anderer. Deshalb zog ich mich eher in mich selbst zurück. Erst als ich endlich die Schule verlassen durfte und eine Lehre als Buchhändlerin begann, musste ich mich etwas öffnen. Dort bekam ich schließlich auch Zugang zu verschiedenen Religionen, und zu Geschichten über paranormale Ereignisse, die mich fortan beschäftigten.

Einer der Chefs bezeichnete sich selbst als Anarchist und er war Freimaurer. Beides war mir zuvor unbekannt. Er versuchte mich politisch zu beeinflussen, was ihm jedoch nicht gelang. Da wurde mir bewusst, dass ich kein politischer Mensch bin. Mich interessierten nur Religionen, Psychologie. Mystik und die Parapsychologie.

 

Er kannte viele Leute. Wie sich später heraus stellte, war einer davon ein russischer Spion, der auch verhaftet wurde. Befragt wurde der Chef auch, er blieb unbehelligt, weil er damit offenbar nichts zu tun hatte. Seine Gesinnung war unwichtig.

 

Als diese Sache lief, kam ein Russe ins Geschäft und unterhielt sich lange mit ihm. Dass der Mann Russe war, erzählte mir dieser Chef, als ich ihn fragte, wer der Mann sei. Der Mann hatte keinerlei Akzent. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, er könne Ausländer sein. Darüber unterhielten wir uns. Deshalb blieb mir diese Szene in Erinnerung.

Wir hatten Schriften von Lenin und anderen Kommunisten in der Auslage stehen. Darum ging es wohl bei diesem Gespräch. Dass man unter diesen Umständen auffiel, auch ohne beteiligt zu sein, ist verständlich. Schon aus diesen beiden Gründen ist anzunehmen, dass auch alle anderen Personen die er kannte, beobachtet wurden.

Ich war zwar etwas naiv, aber nicht dumm. Mir fiel auf, dass plötzlich ein Mann und eine Frau älteren Semesters in der Berufsschule auftauchten, die sich in meine Nähe setzten. Angeblich arbeiteten sie bei linken Buchhandlungen. Der Mann blieb sogar in der Klasse, wenn ich ein Referat hielt, obwohl er eigentlich die Klasse verlassen sollte. Als es eine Demo gab - ich wusste gar nicht worum es ging, schrie aber Ho Ho Ho Chi Min mit, lud er mich ein, dort mit zu marschieren. Seither wusste ich, dass ich Demos hasse. Menschenmengen ertrage ich nicht. Ich war danach nur noch höchstens 2 bis 3x bei einer Demo. Nur einmal aus eigenen Stücken, als es gegen Atomkraft in Österreich ging. 

 

Mit den beiden Personen in meiner Klasse kam ich nicht näher in Kontakt. Was sollte ich mit so alten Leuten? Mich interessierte gar nicht wer sie waren und was sie von mir wollten. Das weiß ich bis heute nicht.

Das fiel mir also auf, aber ich konnte damit nichts anfangen. Dann bekam ich plötzlich eine Brieffreundin aus der DDR, mit der ich einige Monate korrespondierte. Ich weiß bis heute nicht, wie ich zu ihr gekommen bin. Erst als sie mich zu sich einlud, brach ich den Kontakt ab. Obwohl ich nicht wusste warum, machte mir der Gedanke, in die DDR zu fahren, Angst.

 

Meine Psi-Versuche wurden intensiver und erste Phänomene traten auf. In erster Linie experimentierte ich mit einem KW Radio. Als ich in einer anderen Buchhandlung arbeitete, begann es bedrohlich zu werden. Ich registrierte verschiedene seltsame Ereignisse, die mir das Gefühl vermittelten, zwischen zwei verschiedenen Gruppen zu stehen. Ich möchte hier nicht ins Detail gehen.

Zeitweise musste ich handeln. Ich glaube, ohne meine paranormalen Fähigkeiten hätte ich diese Zeit nicht so gut überstanden. Vielleicht hätte ich sie gar nicht überlebt. Was ich tat war immer nur intuitiv, weil ich keinerlei äußere Informationen hatte. Nur manchmal sagte jemand etwas aus heiterem Himmel, anhand dessen ich erkannte, dass ich mir das alles nicht bloß einbildete. Etwa: "Hauptsache keiner kennt sich aus!" Das gab mir ein gutes Gefühl und da wusste ich: so muss ich weiter machen.

 

Diese lange Vorgeschichte zu kennen ist nötig, um zu verstehen, weshalb ich mit meinen Versuchen an die Öffentlichkeit ging.

 

Der kalte Krieg war vorbei, meine Probleme blieben bestehen - nur anders als bisher. Dann träumte ich, es gäbe ein Zeitfenster, wo es mir möglich sei, dieses Problem zu lösen. Davor sei es nicht möglich gewesen und wenn es sich schließt, ist es nicht mehr möglich. Was indirekt aussagt, dass wir trotz eines gewissen Maßes an Schicksal, doch zumindest zeitweise unser Schicksal selbst in die Hand nehmen können.

 

Deshalb wurde ich von mir aus aktiv. Ich lockte jemanden in eine Falle. Er zeigte sein wahres Gesicht. Es funktionierte also und ich bildete mir das alles wirklich nicht ein. Sicher war ich mir in dieser Hinsicht nie gewesen, weil das was da geschah, so total absurd war.  Das war der eine Grund, der mich später veranlasste, meine Träume öffentlich zu machen.

 

Der andere Grund war ein Traum, den ich jemandem am Telefon erzählte. Dieser Traum nannte ein konkretes Datum. In drei Tagen würde etwas sehr Wichtiges geschehen und das sei schlecht für den Weltfrieden und für mich. Drei Daten gäbe es, die für den Weltfrieden schlecht seien. Ein Datum merkte ich mir, eines vergaß ich leider wieder. Was genau da passieren würde, sagte der Traum nicht.

Am Tag nach dem Datum - es war tatsächlich etwas Wichtiges passiert - ging ich einkaufen. Das Geschäft war noch zu. Plötzlich kam ein Auto und bremste demonstrativ neben mir ab. Der Fahrer hatte ein Funkgerät, das er ebenso demonstrativ bei geöffnetem Fenster bediente. Der andere stieg aus und drängte sich an mich heran. Seither habe ich Mittel und Wege gesucht, meine Versuche öffentlich zu machen. Um zu beweisen, dass es sich um eine Fähigkeit und nicht um äußere Informationen handelt. Es ist Notwehr.